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Hier geht man gern zu Fuß: Geh-/Radweg am Karl-Heine-Kanal in Plagwitz (Foto: Ekkehard Westphal)

FUSS e.V. Leipzig ist eine Ortsgruppe des bundesweit aktiven Fachverbandes Fußverkehr, der seit über 25 Jahren die Interessen der Fußgänger in Deutschland vertritt. Wir wollen erreichen, dass das Zufußgehen in Leipzig angenehmer, gesünder und sicherer wird. Wir setzen uns aber auch für eine enge Kooperation aller Verkehrsmittel des "Umweltverbundes" - Fußgänger, Radfahrer und die Benutzer von Bussen und Bahnen - und damit für eine nachhaltige Mobilität ein.

 

Unsere Themen

 

Logo Jane's Walk

Jedes erste Maiwochenende gehen weltweit Menschen auf die Straße, zusammen mit ihren Nachbarn und weiteren interessierten Bürgern – und schauen sich gemeinsam ihre Stadt an und sprechen über das, was sie an ihrer Stadt lieben oder was sie ärgert. Es geht dabei um das Gemeinsame, also miteinander die Stadt zu entdecken. Jane‘s Walks sind von BürgerInnen geführte, kostenlose Spaziergänge, keine Vorträge. Über 200 Städte weltweit machen schon mit! In über 200 Städten weltweit und auch in Leipzig gibt es 2019 viele Jane’s Walks...
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Foto: Bernd Herzog-Schlagk, FUSS e.V.

Die Stadt Leipzig ist eine der vier ausgewählten Städte des Projektes „Aktive Mobilität in städtischen Quartieren“ im Rahmen des Programmes Experimenteller Wohnungs- und Städtebau ExWoSt 2016-2019. Sie möchte u.a. eine Radroute in der Naunhofer Straße in Stötteritz schließen und dort auch die Bedingungen für den Fußverkehr, insbesondere an den Querungsstellen, verbessern. Da sich Leipzig zudem auch als Modellstadt für das FUSS e.V.-Projekt „Handlungsleitfaden für Fußverkehrsstrategien“ beworben hat und eine der dreißig Kontaktstädte dieses Projektes ist, hat der FUSS e.V.-Bundesverband dort einen Fußverkehrscheck „BlitZlicht“ als Mängelanalyse mit Verbesserungsvorschlägen in die Diskussion eingebracht.

www.fussverkehrsstrategie.de > Kontaktstädte > Leipzig

Bildbeschreibung
Quartiers-Spaziergang 2015

Auf Initiative der Leipziger Ortsgruppen von FUSS e.V. und Verkehrsclub Deutschland (VCD) verlegte der Oberbürgermeister seine Bürgersprechstunde bereits mehrmals auf die Straße: Der Quartiers-Spaziergang 2017 lenkte den Blick aus Fußgänger-Perspektive auf die Alltagssituationen. Entlang einer zuvor jeweils recherchierten Route diskuttierten die Bürger mit den Vertretern aus der Verwaltung anhand der konkreten Situationen die Belange einer fußverkehrsfreundlichen Stadt. 
Der dritte OBM-Spaziergang widmete sich dem Stadteil Großzschocher und damit einem eher etwas abgelegenen Quartier. Die beiden vorangegangenen Rundgänge führten entlang dem Innenstadtring (2015) und durch das zentrumsnahe Kolonnadenviertel (2016). Die örtliche Presse hatte jeweils darüber berichtet, so beispielsweise Radio mephisto 97.6.

 

Wir engagieren uns am Runden Tisch im Rahmen der Fortschreibung des Stadtentwicklungsplans „Verkehr und öffentlicher Raum“ (STEP). Hier argumentieren wir fachlich fundiert für eine stärkere Berücksichtigung der Belange der Fußgänger in der Verkehrsplanung. Wir begleiten diesen Prozess kontinuierlich seit März 2012.

Stellungnahme zum Entwurf des neuen STEP vom Januar 2014

Entwurf des neuen STEP auf www.leipzig.de

Wir beteiligen uns am Bürgerwettbewerb „Ideen für den Stadtverkehr“. Dazu haben wir drei Ideenskizzen entwickelt, die auf die Verlangsamung des Verkehrs und auf die Erhöhung der Aufenthaltsqualität für Fußgänger abzielen: „Freiräumen“, „Flanierstunden“ und „Slow down“. Die Idee „Flanierstunden“ wurde von der Wettbewerbsjury als einer von 17 unter fast 400 eingereichten Beiträgen prämiert. Der Bürgerwettbewerb ist Bestandteil der Fortschreibung des Stadtentwicklungsplans „Verkehr und öffentlicher Raum“. Die prämierten Ideen sollen in diese Fortschreibung einfließen.

Bürgerwettbewerb Stadtweite Idee "Slow down"

Bürgerwettbewerb Stadtweite Idee "Freiräumen"

Bürgerwettbewerb Stadtteil-Idee "Flanierstunden"

Zu schmale Gehwege im Peterssteinweg; hier konnten wir unsere Forderung nach einer Verbreiterung des Gehweges im Rahmen des Umbaus nicht durchsetzen … (Foto: Bertram Weisshaar)

Wir engagieren uns im Interessenbeirat für den Umbau der traditionsreichen „KARLI“. Hier formulierten wir zahlreiche Änderungsvorschläge und Kritik, damit die vorgelegte Planung fußgängerfreundlicher gestaltet wird. Einige unserer sachlich formulierten Vorschläge wurden aufgegriffen. Jedoch: Einige Kritik-Punkte, die mit den Ansprüchen des motorisierten Individualvekehrs konkurrieren, konnten wir (noch) nicht durchsetzen. Dies zeigt: Das Zu-Fuss-Gehen braucht in Leipzig eine stärkere Lobby.

Stellungnahme zu Bauvorhaben KARLI

 

 

 

Screenshot: www.leipziger-stadtplan.com

In einem Kooperationsprojekt mit dem Karten-Verlag Pharus-Plan entwickeln wir Kriterien für einen fußgängerfreundlichen Stadtplan. Seit 2008 gibt es den Leipziger Fußgängerstadtplan, der speziell auf die Belange von Fußgängern zugeschnitten ist. Er zeigt zum Beispiel Abkürzungen und Schleichwege im Fußwegenetz, öffentliche Toiletten und Spielplätze.

www.fussgaenger-stadtplaene.de > Städte > Leipzig

www.leipziger-stadtplan.com

 

 

 

 

 

 

(Foto: Jürgen Lüftner)

Mit verschiedenen Aktionen bringen wir die Belange des Fußverkehrs stärker ins öffentliche Bewusstsein. So führen wir in Zusammenarbeit mit Bürgervereinen öffentliche Stadtteilspaziergänge durch, bei denen wir in konkreten Situationen auf gelungene wie auch auf ungenügende Gestaltungen für Fußgänger hinweisen. Neben verkehrlichen Problemen sprechen wir bei diesen Spaziergängen aber auch stadtkundliche und kulturelle Aspekte an. Weiterhin beteiligen wir uns an Aktionstagen wie z.B. Parking-Day und Autofreier Tag. Hier bringen wir ins Bewusstsein, wie viel Platz durch fahrende und parkende Autos in unserer Stadt beansprucht und anderen Nutzergruppen wie dem Fußverkehr entzogen wird.

 

Verhältnis der Haushalte mit und ohne PKW in Leipzig. Vereinfachte Darstellung, in Wirklichkeit sind die Haushalte unregelmäßig über die Stadt verteilt (Kartengrundlage: Stadt Leipzig, Grafik: FUSS e.V.)

Die Berichterstattung in der örtlichen Presse ist oft geprägt durch eine Sicht und Problemformulierung aus Autofahrerperspektive. Hier versuchen wir die Wahrnehmung zu erweitern, in dem wir beispielsweise die Belange der autofreien Haushalte (ca 40%) in Erinnerung rufen und die Probleme ansprechen, die das Parken auf Gehwegen für Fußgänger auslöst.

 

Pressemitteilung „Parken in der Pfaffendorfer Straße“

Pressemitteilung „Ist Leipzig auf dem Weg zu einer fußgängerfreundlicheren Stadt?“

Pressemitteilung „Strukturveränderung in der Leipziger Verkehrsplanung - Erneuerung der August-Bebel-Straße"

Pressemitteilung „Ankündigung Spaziergang mit OBM Jung am 14.04.2015“

 

 

 

 

 

 

Die Ortsgruppe Leipzig sucht genau DICH …

weil DU …

  • zu allererst gerne zu Fuß gehst.
  • zusammen mit anderen spazierengehen und die Stadt weiter kennen lernen möchtest.
  • auch von den zugeparkten Wegen die Nase reichlich voll hast.
  • den Lärm des motorisierten Verkehrs und die vollgestopften Straßen nicht ewig hinnehmen willst.
  • nicht damit einverstanden bist, dass jedes Jahr der KFZ-Bestand in Leipzig um 2.500 bis 3.000 Fahrzeuge anwächst und es dir Angst und Bange wird bei dem Gedanken, dass all diese weiteren Autos in den Straßen noch weiteren Platz in Anspruch nehmen werden.
  • verstanden hast, dass sich nie etwas ändert – es sei denn, man fängt endlich damit an.
  • den Anliegen der Fußgänger Rückhalt geben und dich nach Möglichkeit auch selbst für ein fußgängerfreundliches Leipzig engagieren willst.
  • nicht mit Pferdekutsche und Ochsenkarren unterwegs sein möchtest, aber auch die jetzige Verkehrssituation als veraltete Mobiltätspraxis oder vielleicht auch als tagtägliche Zumutung empfindest.

 

Wir hoffen, dass diese Übersicht über die Aktivitäten des FUSS e.V. in der Stadt Leipzig zur Mitarbeit anregt. Zur Bewerkstelligung der zahlreichen damit verbundenen Aufgaben bittet der Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. dringend um Spenden. Wir würden uns natürlich auch über Ihrer Mitgliedschaft freuen, weil diese eine kontinuierliche Absicherung unserer Tätigkeiten darstellt. Der Verband ist als gemeinnützig anerkannt und stellt Spendenbescheinigungen für das Finanzamt aus. Bitte geben Sie als Stichwort „FUSS-Leipzig“ an, wenn Sie wünschen, dass Ihre Spende für die Arbeit in der Stadt verwendet wird.

 

Höchste Zeit, aktiv zu werden (Foto: Bertram Weisshaar)

Es gibt viele Möglichkeiten, aktiv zu werden.

Tritt einfach mit uns in Kontakt:

FUSS e.V. Ortsgruppe Leipzig
c/o Bertram Weisshaar
Reichelstraße 7
04109 Leipzig
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel.: 0179 5436091

 

Du möchtest uns etwas mitteilen, das von bundesweitem Interesse ist? Dann nimm bitte Kontakt mit der FUSS e.V. - Bundesgeschäftsstelle auf.

 

 

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Verhältnis der Haushalte mit und ohne PKW in Leipzig. Vereinfachte Darstellung, in Wirklichkeit sind die Haushalte unregelmäßig über die Stadt verteilt (Kartengrundlage: Stadt Leipzig, Grafik: FUSS e.V.)

Die Leipziger Ortsgruppe vom Fachverband für Fußverkehr, Fuss e.V., kritisiert die Planung zu den 17 Stellplätzen an der Pfaffendorfer Straße und drängt auf eine Lösung, die deutlich weniger stark in den Gehwegbereich eingreift. „In der vorgegebenen Situation verbleiben zwischen dem Bordstein und dem äußerem Rand der Gehbahn ca. 3,8 Meter – dies ist aber für die Anordnung von Senkrecht-Parken zu wenig“, so Bertram Weisshaar von Fuss e.V.. Es bleiben somit nur drei Möglichkeiten:

  • Aus Perspektive der autofreien Mitbürger wäre auf die Anordnung von Stellplätzen im jetzi- gen Gehwegbereich generell zu verzichten.
  • Das Anordnen von Längsparken parallel zur Fahrbahn wäre den Richtlinien entsprechend möglich.
  • Eine Anordnung von Senkrecht-Stellplätzen wäre allenfalls eingeschränkt auf die Fahr- zeugklasse der Kleinstwagen möglich, wie zum Beispiel Smart oder VW up, und müsste durch bauliche Maßnahmen, wie zum Beispiel Poller, unbedingt begrenzt werden, da sonst bereits parkende Kompaktklassewagen etwa einen Meter in den Gehbahnbereich hinein rei- chen würden.

Fuss e.V. unterstreicht, die stadträumlichen Qualitäten der Stadt Leipzig dürften nicht immer weiter den privaten Anliegen von Autobesitzern geopfert werden. „Selbst wenn der Bestand an PKW ́s in Leipzig noch weiter zunehmen sollte, so könne dies nicht automatisch bedeu- ten, dass deshalb der Raum für die Fußgänger fortlaufend stärker eingeengt wird – und gleichzeitig die vorhandenen Parkhäuser untergenutzt bleiben,“ so Bertram Weisshaar von der Leipziger Ortsgruppe Fuss e.V.. Diese verweist auf die letzte Verkehrserhebung „Mobili- tät in Städten – SrV 2008“, nach welcher in Leipzig 42 % der Haushalte auf die Mobilität des Umweltverbundes vertrauen und keinen privaten PKW besitzen (Nach den Erhebungen der Kommunalen Bürgerumfrage 2010 sind es 38 %).

Irritiert zeigt sich Fuss e.V. über die in dem Artikel vom 25.04. 2012 zitierte Äußerung der Chefin des Verkehrs- und Tiefbauamts Edeltraut Höfer. Mit ihrer Aussage, die Grundsätze des geltenden Stadtentwicklungsplan »Mobilität und Öffentlicher Raum« seien ja „nur“ als Richtlinie zu werten, stellt sie leichtfertig den Sinn des erst vor wenigen Wochen initiierten Runden Tisches „Öffentlicher Raum & Mobilität“ in Frage. Dreißig Vertreter von Verbänden und Initiativen haben sich bereit erklärt, über einen Zeitraum von zwei Jahren kontinuierlich an der Formulierung von Richtlinien für die Gestaltung der zukünftigen Mobilität mitzuarbei- ten. Doch wozu, so könnte sich vielleicht der ein oder andere Mitwirkende fragen, wenn das Verkehrs- und Tiefbauamt sich scheinbar nur wenig an solche Vorgaben gebunden fühlt, wenn dieses bereits gegenüber einem privaten Anliegen von gerade einmal 17 Autofahrern die geltenden und vom Stadtrat bekräftigten Richtlinien aufzugeben bereit scheint?

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
Ortsgruppe Leipzig
vom 30.4.2012

FUSS e.V. wirbt für ein „non plus ultra“

Anlässlich des jüngst veröffentlichten Statistischen Jahrbuches 2012 und der Veranstaltung „Leipzig weiter denken – Mobilität der Zukunft“ wirft die Leipziger Ortsgruppe des Fachverbandes Fußverkehr FUSS e.V. die Frage auf: „Ist Leipzig auf dem Weg zu einer fußgängerfreundlicheren Stadt?“

Mit Ja und Nein beurteilt die Ortsgruppe von FUSS die in Leipzig beobachteten Entwicklungen. So finden Fußgänger im Stadtzentrum gute Bedingungen vor. Dies gilt auch für die Zeit bis 11 Uhr, wenn sich Lieferwagen, Radfahrer und Fußgänger die Flächen teilen. Ebenfalls löblich: Das Konzept der autoarmen Innenstadt wird sukzessive weiter umgesetzt. Wenig komfortabel ist jedoch deren Erreichbarkeit: „Der für den motorisierten Verkehr sehr komfortabel ausgebaute Cityring hat für Fußgänger in Teilen eine ähnliche Wirkung wie früher die Stadtmauer. Erfreulich sind die in letzter Zeit umgesetzten Verbesserungen am Neuen Rathaus, sowie in Höhe der Grünewaldstraße oder auch die geänderte Ampelsteuerung am Willi Brandt Platz mit verkürzten Wartezeiten. Insgesamt sind beim Innenstadtring aber noch viele Verbesserungen möglich.“ Ansonsten fällt nicht nur Fußgängern unangenehm auf, dass insbesondere Sonnabends einige Auto-Führer zur Demonstration ihres sozialen Status ihre Luxus-Limousine oder ihren Geländewagen im Parkverbot oder auch auf Behinderten-stellplätzen parken. „Denken wir uns einfach, sie sind zu arm die Parkgebühren im Parkhaus zu entrichten,“ witzelt Bertram Weisshaar vom FUSS-Verein und rät zur emotionalen Entspannung.

Außerhalb des „Fußgänger-Reservats“ zeigt sich der Alltag sehr gemischt. Das jüngst veröffentlichte Statistische Jahrbuch 2012 verdeutlicht aus welcher Richtung ein eisiger Wind weht: „2011 ist der PKW-Bestand erneut angestiegen. Allein in den letzten vier Jahren kamen 13.380 Privat-PKW´s hinzu.“ Diese beanspruchen „natürlich“ weiteren öffentlichen Raum – zusammen genommen eine Fläche, die sechzehn mal so groß ist wie der Marktplatz. „Wollte man diese zusätzlichen Autos beispielsweise in der Tiefgarage Augustusplatz unterbringen, müsste man diese um einundzwanzig Geschosse erweitern. Oder hintereinander geparkt ergäben sie eine etwa 80 Kilometer lange Schlange.“

Fazit: Auch künftig sollen alle Bürger ihr Verkehrsmittel frei wählen können. Wenn jedoch die Verkehrsgruppe der Autofahrer ein Problem erschafft – dadurch, dass sie zu viele werden – so kann dieses nicht auf dem Rücken der anderen Bürger ausgetragen werden, indem etwa deren Mobilität eingeengt und die Aufenthaltsqualität in Straßen ruiniert wird. Damit also die Belange der Fußgänger und der autofreien Bürger nicht noch mehr unter die Räder respektive Stellplätze kommen, bedarf es in der Leipziger Verkehrspolitik klarer Weichenstellungen. Beispielhaft ist hier der so benannte „Historische Kompromiss“ zu einem „non plus ultra“ [von lateinisch non plus ultra > „nicht noch weiter“], mit welchem in Zürich schon 1996 eine Obergrenze für Stellplätze definiert wurde. Weder der Mobilität der Züricher noch deren Wirtschaftsleistung hat dies einen Abbruch getan, aber ihre Stadt hat dadurch an Qualität gewonnen.

Hingegen etwa noch mehr Stellplätze auf bisherigen Gehwegen anzuordnen – eine immer wieder zu hörende Forderung – bringt angesichts dieser Zuwachszahlen noch weniger als der viel zitierte Tropfen auf den heißen Stein. Aber es geschieht trotzdem. In einigen Straßen vollzieht sich dies im Rahmen von amtlichen, meist wenig öffentlich beachteten Umbauten, in anderen Straßen erfolgt es autonom durch die stoische Selbstbezogenheit einiger Autoparker. Besonders ärgerlich hierbei: Wiederholt wurde die an sich viel zu lasche Ahndung der Falschparker als „Abzocke der Stadt“ diskriminiert und den in manchen Straßen permanent zu beobachtenden Verstoß gegen die geltende Straßenverkehrsordnung in ein „Gewohnheits-Recht“ verdreht. Aus Perspektive derjenigen Haushalte, die ohne eigenes Auto mobil sind, grenzt diese Darstellung an blanken Zynismus. Dabei handelt es sich bei dieser „auto-freien Gruppe“ nicht etwa um eine kleine Minderheit, sondern etwa 38 % der Leipziger Haushalte verfügen nicht über einen PKW. (Zur Relation: Die derzeit stärkste Stadtratsfraktion erhielt etwa 15% weniger Stimmenanteil.)

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
Ortsgruppe Leipzig
vom 19.10.2012